Sucht- & Traumapsychotherapie

Sucht

Definition

Sucht ist das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und kann die sozialen Bindungen und sozialen Chancen eines Individuums zerstören.
Den sogenannten stoffgebundenen Süchten (z. B. Alkohol-, Nikotin-, Heroinsucht) kommt dabei nur eine repräsentative Bedeutung zu. Sie veranschaulichen in zwar drastischer, aber zugleich auch einschränkender Weise eine Erscheinung, der man auf allen Gebieten des menschlichen Erlebens und Verhaltens begegnen kann.
Grundsätzlich kann jeder Mensch süchtig werden. Da Sucht nicht auf den Umgang mit bestimmten Stoffen beschränkt ist, kann jede Form menschlichen Verhaltens zur Sucht werden (z.B. Magersucht, Arbeitssucht, Spielsucht, unkontrolliertes Verlangen nach sexueller Befriedigung).
Im offiziellen Sprachgebrauch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) existierte der Begriff "Sucht" als "Missbrauch" und “Abhängigkeit". In wissenschaftlichen Arbeiten wird der Begriff "Sucht" daher nicht verwendet, umgangssprachlich erfreut er sich aber großer Beliebtheit.
Jede Sucht entsteht über den Prozess: Erfahrung - Wiederholung - Gewöhnung (Missbrauch).


Therapie

Die Ursachen einer Suchterkrankung sind so vielfältig wie das Krankheitsbild selbst.
Deshalb muss jede betroffene Person individuell behandelt werden und es ist wichtig, immer wieder neu nach dem „Warum“ zu fragen.
Fakt ist - es gibt keine allgemeingültige Ursache, die für alle abhängigen Menschen gilt!
Zudem handelt es sich ohnehin meist um ein Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren, welche bei einer „suchtanfälligen“ (= psychisch disponierten) Persönlichkeit zum Ausbruch einer Sucht führen können.
Viele namhafte Experten meinen, dass Suchterkrankungen niemals allein existieren und oft nur die Symptomatik anderer psychiatrischer Erkrankungen sind (Trauma Erfahrung, Persönlichkeitsstörungen, affektive Störungen, etc…).

Trauma

Posttraumatische Belastungsstörung – Traumafolgen

Entstehung und Symptomatik

Diese entsteht als eine verzögerte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine belastende Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Hierzu gehören eine durch Naturereignisse oder durch Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampfhandlung, ein schwerer Unfall, Zeuge sein eines gewaltsamen Todes anderer oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung, körperlicher Gewalt oder anderer Verbrechen zu sein.

Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Alpträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner treten Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten, auf. Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Drogeneinnahme und übermäßiger Alkoholkonsum können als komplizierende Faktoren hinzukommen.
Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. In wenigen Fällen nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung über (nach ICD 10- Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation WHO).
Außerdem können das Ereignis und das oder die dazugehörenden Gefühle voneinander abgespalten werden (Dissoziation).

Traumatherapie gliedert sich für gewöhnlich in 3 Phasen

1. Stabilisierungsphase:

Die Stabilisierungs- und Vorbereitungsphase ist die wichtigste und umfasst, neben einer vorsichtigen Trauma Erhebung und Diagnosestellung, ausführliche Erläuterungen zum traumatherapeutischen Vorgehen sowie eine aktive Stabilisierungsarbeit und Ressourcenmobilisierung. Übungen zur Steuerung der Befindlichkeit und Affektregulierung werden konsequent eingeübt, damit Konfusion, Panik und Flashbacks reduziert werden können, das Ohnmachtserleben sinkt und die Selbstkontrolle zunimmt.

2. Trauma Bearbeitungsphase
Die Trauma Bearbeitung erfolgt durch dosierte und kontrollierte Konfrontation mit dem traumatischen Ereignis. Dabei häufig angewandte Methoden sind die Screen/Bildschirmtechnik und EMDR. Dadurch wird der Verarbeitungsprozess der traumatischen Erlebnisse gefördert und die Speicherung der Traumata im Gehirn verändert sich.

3. Integrationsphase
Die Erfahrungen werden in die Gesamtpersönlichkeit integriert. Es geht um die weitere Verarbeitung des Geschehenen und ähnelt eher einer „normalen“ Psychotherapie. Häufig muss Trauerarbeit geleistet werden.

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