Fortbildungscurriculum 2012 Psycho-soziale Notfallversorgung
18.01.2013, 19.00 Uhr
Psycho-soziale Notfallversorgung (PSNV) inkl. Einzeldebriefingin Wien (2 Module in 1x 3 und 1x 2 Tagen)
Psychosoziale (Akut-) Interventionen im Kompetenzbereich des/der Psychotherapeuten/Psychotherapeutin sollten ein Bündel an Angeboten enthalten. Sie reichen von psychischer erster Hilfe (dazu gehört das psychologische Debriefing) bis zu mittelfristiger Unterstützung (z.B. durch Aneignen Stress mindernder Fähigkeiten) und spezialisierten Unterstützungsprogrammen bis hin zur Psychotherapie selbst. Das psychologische Debriefing muss in einem Kontext von stützenden und auf Ressourcen orientierten Maßnahmen geschehen, es ist Teil der individuell möglichen Angebote an den traumatisierten Menschen, dem möglichst rasch und möglichst personenspezifisch passend geholfen werden soll. Es ist in der von Dr. med. Gisela Perren-Klingler entwickelten Form Teil eines salutogenetischen Herangehens, das sich auf die Wirkfaktoren der Selbstkohärenz stützt und von einem posttraumatischen Wachstumsmodell ausgeht.
Kursleiterin:
Wir freuen uns besonders, Fr. Dr. med. Gisela Perren-Klingler, Leiterin des Instituts für Psychotrauma, Visp (CH), persönlich für die Weiterbildung gewonnen zu haben.
Dr. Gisela Perren-Klingler
Psychiaterin für Kinder und Jugendliche, seit mehr als 30 Jahren in eigener Praxis. Schwerpunkte: Menschenrechte (ehem. Mitarbeiterin des IKRK (int. Komitee Rotes Kreuz, Genf), ECPT (Europ. Kommission zur Prävention von Folter, Strassburg), gewähltes Mitglied der Internat. Kommission für humanitiäres Fact finding, Primär-und Sekundärprävention
von Gewalt und deren Folgen, Behandlung von psychischen Folgen von Gewalt. Psychotraumatologin der ersten Stunde (ab 1980). Ausbildungen als Psychotherapeutin in Klassischer Psychoanalyse, Familientherapie, Gruppentherapie, Hypnose und behavioral-neuro-kognitive Psychotherapie.
Literatur:
- Dr. med Gisela Perren-Klingler: Debriefing – Erste Hilfe durch das Wort. Verlag Paul Haupt, Bern 2001, ISBN 3-258-05994-2
- Dr. med Gisela Perren-Klingler: Trauma – Vom Schrecken des Einzelnen zu den Ressourcen der Gruppe. Verlag Paul Haupt, Bern 2000, ISBN 3-258-05164-X
Termine: 7./8./9.12. 2012 und 18./19.1. 2013
Zeit: 9 Uhr bis 17 Uhr
Veranstaltungsort: VÖPP, Lustkandlgasse 3-5, Ecke Achamergasse, 1090 Wien
Kosten inkl. Mittags-Verpflegung und Pausen-Snacks:
- € 685,-für VÖPP Mitglieder
- € 985.- für Nichtmitglieder
Abschluss : Zertifikat nach Rücksprache mit Fr. Dr. Perren-Klingler und Erbringen von geforderten Praxisnachweisen
HöchstteilnehmerInnenzahl: 24
Anmeldung: office@voepp.at
Modul 1
- Konzepte der Prävention, Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention
- Salutogenese und Ressourcenkonzept – und praktische Anwendung (Primärprävention)
- Kenntnis und Fähigkeit der Aktivierung von Ressourcen
- Unterscheidung zwischen „normalen“ und „pathologischen“ Reaktionen, Anzeichen (Indikatoren) für Risiken, PTBS zu entwickeln Die Kenntnisse dienen dem Einschleusen von Ressourcen
- neuro-biologische Grundlagen des extremen (potenziell traumatischen) Stress
- Stress, extremer Stress, körperliche und mentale Folgen, post-traumatische Reaktionen (bis 8 Wochen nach dem Ereignis), posttraumatische Belastungsstörung (i.A. ab Woche 12); biologische Grundlagen und praktische Konsequenzen
- Körperliche, kognitive und emotionale Techniken im Umgang mit post-traumatischen Reaktionen
- Kenntnis und Beherrschung von Techniken, um Stressreaktionen zu beruhigen, via Körper und via Sprache, Stress-Management, via kognitive Restrukturierung
- Fähigkeiten zur Begleitung von Opfern (auch schwer belasteten Hilfskräften) vor Ort und kurz nach Eintreten eines traumatischen Ereignisses, bis das soziale Netz aktiv wird
- Psychoedukation, Hausaufgaben und Abschlussritual konzipieren
- Spezifische Techniken für den Notfall (psycho-soziale Unterstützung), für kurz danach (Defusing, Debriefing – nach Perren-Klingler – Demobilisation usw.). Einbezug der sozialen Netze
Methode:
Das Wissen und Können wird abwechslungsweise geübt; Theorie, Übungen in Rollenspielen in Kleingruppen (mit Kontrolle durch die Trainerin und Korrektur), am dritten Tag wird in jeder Kleingruppe ein ganzes Einzel-Debriefing durchgespielt ...
Modul 2
- Kenntnis, Beherrschung und Kombination verschiedener Techniken des Selbstschutzes
- In vielen weiteren Übungen wird neben der zu lernenden Technik auch Aufmerksamkeit auf die Anwendung respektive das Üben von Selbstschutztechniken gelegt, in verschiedensten Settings. Das Konzept der Salutogenese hat einen wesentlichen Einfluss auf die Fähigkeit, sich selbst zu schützen
- Fähigkeit, Peers die Wichtigkeit des Schutzes für sich selber und des eigenen Stress-Managements zu übermitteln
- Anwendungsmöglichkeiten der Techniken in anderen Settings, z. B. im psychotherapeutischen Kontext
PTS Institut Psychotrauma Schweiz
Dr. med. Gisela Perren-Klingler
Napoleonstrasse 16 b
CH-3930 Visp
www.institut-psychotrauma.ch
Koordination:
Mag. Eva Schebach
eva.schebach@cscnet.at
0676 930 85 13
Unter dem nachstehenden Link können Sie den Infofolder downloaden.
>>> www.voepp.at/upload/PSNV-folder-web.pdf <<<






